Die Blätter wandern ins Essen, die Stiele bleiben auf dem Brett. Bei Petersilie lohnt sich vor dem Aufräumen ein zweiter Blick: Nicht jeder Stiel ist gleich zart, und nicht jedes Gericht braucht dieselbe Textur.
Das Bundeszentrum für Ernährung empfiehlt im Kräuter-Knigge, Kräuter erst vor der Verwendung zu waschen, vorsichtig zu trocknen und anschließend zu zerkleinern. So beginnt auch die Vorbereitung der Stiele mit sauberem, frischem Material.
Nach Festigkeit sortieren
Trenne dünne, biegsame Stiele von kräftigen unteren Abschnitten. Entferne welke, schleimige oder anderweitig verdorbene Teile; Resteverwertung bedeutet nicht, ungeeignete Lebensmittel doch noch unterzubringen. Frische Stiele lassen sich je nach Beschaffenheit unterschiedlich einsetzen.
Zarte Stücke kannst du quer sehr fein schneiden und in kleinen Mengen mit den Blättern verarbeiten. Probiere zunächst eine kleine Portion in einem Kräuterdip oder einer Vinaigrette. Entscheidend ist, ob die Stückchen im fertigen Essen angenehm bleiben und sich gut verteilen.
Kräftigere Stiele passen eher zum Aromatisieren einer Brühe oder eines Kochsuds. Bündele sie bei Bedarf mit küchengeeignetem Garn und nimm das Bündel vor dem Servieren wieder heraus. So nutzt du das Aroma, ohne grobe Fasern auf dem Teller zu verteilen.
Erst eine kleine Portion probieren
Eine ganze Handvoll Stiele gehört nicht automatisch in eine kleine Schüssel Dip. Beginne sparsam und koste, bevor weitere Kräuter dazukommen. In einer klaren Brühe stören herumtreibende Stücke möglicherweise mehr als in einer rustikalen Gemüsepfanne.
Bei einem Gericht für Gäste kannst du die Stiele zunächst separat vorbereiten. Dann lässt sich die gewünschte Menge gezielt zugeben, statt erst später eine zu grobe Mischung korrigieren zu müssen.
Notiere bei einer gelungenen Verwendung kurz, ob du feine Stiele mitgegessen oder kräftige nur mitziehen lassen hast. Diese Unterscheidung ist hilfreicher als eine pauschale Regel, nach der sämtliche Kräuterreste gleich behandelt werden.
Am Ende zählt ein gutes Gericht. Wenn die vorhandenen Stiele zu holzig oder nicht mehr frisch sind, ist Weglassen sinnvoller als eine Resteverwertung, die Geschmack und Textur verschlechtert.

